2017

SoundART, bonn hoeren und WDR Kulturradio zur Museumsnacht Köln

STADTKLANG im Funkhaus Wallrafplatz
4.11.2017 – 19:00 bis 2:00 Uhr


Liebe Besucherinnen und Besucher,

Zur Museumsnacht Köln am 4. November 2017 öffnet das Funkhaus Wallrafplatz wieder seine Türen für ein breites Publikum. Das diesjährige Programm STADTKLANG wurde in enger Zusammenarbeit mit bonn hoeren, einem der wichtigen Kulturpartner des WDR entwickelt. Das zentrale Thema des Abends ist die STADT.

Das Funkhaus des WDR ist eines der wenigen, direkt im Stadtzentrum gelegenen Rundfunkhäuser Deutschlands, unmittelbar eingebunden in das alltägliche urbane Leben, und natürlich auch in den Stadtklang von Köln. Das Programm zur Museumsnacht reflektiert diese Besonderheit. Künstlerische Projekte und eine Ausstellung öffnen dem Publikum große Teile des Gebäudes: das Foyer im Erdgeschoss, das kleine Foyer im ersten Obergeschoss und das berühmte Hörspielstudio 3.

Während im Erdgeschoss die diesjährige Bonner Stadtklangkünstlerin Maia Urstad aus Norwegen zusammen mit Dirk Specht (Köln) über den gesamten Abend eine live bespielte und auf das Geschehen im Foyer bezogene Konzertinstallation präsentieren wird, kann im oberen Foyer (Empore) eine Ausstellung mit Text-, Bild- und Tondokumenten über die künstlerischen Projekte der bisherigen acht Bonner Stadtklangkünstler besucht werden. Ebenfalls auf der Empore befindet sich die Klangskulptur “Esoeder” der Therapeutischen Hörgruppe Köln. Im Hörspielstudio 3 mit seiner imposanten Innenarchitektur werden in permanenter Folge historische und aktuelle Produktionen des Studio Akustische Kunst des WDR zum Thema STADT zu hören sein, wobei die in die Wände integrierte Lautsprechermatrix des Studios einen faszinierenden Hörraum enstehen lässt, in dem man die Radioproduktionen auf eine völlig neue Weise erleben kann. Und wie alljährlich komplettieren Führungen durch das gesamte Haus das Programm.

Eine spannende Museumsnacht wünschen Ihnen

Prof. Karl Karst Programmchef WDR 3
Prof. Karl Karst, Programmchef WDR 3
Carsten Seiffarth, Kurator und künstlerischer Leiter bonn hoeren
Carsten Seiffarth,
Kurator und künstlerischer Leiter bonn hoeren

Programm

Foyer Erdgeschoss:

Maia Urstad – stadtklangkünstlerin bonn 2017

Babel Funkhaus Foyer

Konzertinstallation für ein Foyer und viele Stimmen

Performed von Maia Urstad und Dirk Specht

Man stelle sich eine Vielzahl von Stimmen im Foyer vor, umgeben von einer Klanglandschaft aus langsamen atmosphärischen Schallwellen, gemischt mit radiophonen Störgeräuschen wie Knistern, Rauschen oder Interferenzen. Diese Imagination bildet den Ausgangspunkt für die Konzertinstallation “Babel Funkhaus Foyer”, die Maia Urstad, die Bonner Stadtklangkünstlerin 2017, zusammen mit Dirk Specht im Foyer des Funkhauses realisiert. Die Live-Performance basiert auf dem, was im Foyer des Funkhauses zu einem beliebigen Zeitpunkt geschieht. Urstad und Specht reagieren auf die Klänge und Geräusche der Besucher (auf Stimmen, Husten, Fußstapfen oder auf die Stille), um in und mit den atmosphärischen Klanglandschaften des Raumes zu spielen.

Die Norwegerin Maia Urstad ist Bonner Stadtkünstlerin 2017. Die Künstlerin gilt als eine der international renommiertesten und erfolgreichsten skandinavischen Klangkünstlerinnen. Urstad wurde 1954 in Kristiansand geboren, lebt und arbeitet auch als bildende Künstlerin, Musikerin und Performerin in Bergen, Norwegen.

Dirk Specht wurde 1968 in Aachen geboren. Er studierte Architektur und Medienkunst und arbeitet als Komponist, Sound-Designer und Klangkünstler in Köln.

 


Foyer Obergeschoss:

urban sound art – Klangkunst im öffentlichen Raum

Ausstellung

Klangkunst im öffentlichen Raum ist das zentrale künstlerische Arbeits- und Forschungsfeld von bonn hoeren. Das 2010 initiierte Projekt untersucht seither kontinuierlich die akustischen Bedingungen und klanglichen Kontexte, die moderne urbane Räume prägen. Dazu beruft bonn hoeren jährlich einen Bonner Stadtklangkünstler, um in einer Projektresidenz eine neue Klanginstallation in der Stadt zu realisieren. Die Residenzen beinhalten ausgedehnte akustische Forschungen und Vor-Ort-Recherchen. Darüberhinaus umfasst das Programm auch wissenschaftliche Begleitveranstaltungen und Vermittlungsprojekte.

Die Ausstellung „urban sound art“ dokumentiert die großen Klanginstallationsprojekte der Bonner Stadtklangkünstler im öffentlichen Raum. Die Arbeiten von Sam Auinger (2010), Erwin Stache (2011), Andreas Oldörp (2012), Christina Kubisch (2013), Max Eastley (2014), Stefan Rummel (2014), Edwin van der Heide (2015) und Gordon Monahan (2016) vermitteln einen Überblick darüber, wie vielgestaltig die klangkünstlerische Auseinandersetzung mit urbanen Situationen und Räumen im Rahmen von bonn hoeren ist.

„urban sound art“ ist eine Ausstellung von bonn hoeren, einem Projekt der Beethovenstiftung für Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn.

Künstlerische und Projektleitung: Carsten Seiffarth

Co-Kurator, Ausstellungstexte: Markus Steffens / Gestaltung: graphisches büro cyan

 


 

Empore Foyer Obergeschoss:

Therapeutische Hörgruppe Köln Esoeder – Klangskulptur, 2017

Die Klangskulptur “Esoeder” ist ein experimenteller Versuchsaufbau, der die Wahrnehmung des Betrachters auf ein imaginiertes “inneres” Ohr richtet. Sie besteht aus einer Steuereinheit und einem regelmäßigen Dodekaeder, auf dessen 12 Flächen sich je ein nach innen gerichteter Lautsprecher befindet. Das Klanggeschehen kulminiert im auralen Zentrum des Objekts und dringt von dort nach außen. Es lässt sich am Drehregler der Steuereinheit, über den die Parameter der Klangsteuerung verändert werden können, beeinflussen. Die Bündelung gezielt ausgesuchter Klänge im Inneren der Skulptur führt im „inneren Ohr“ des Zuhörers zu ähnlichen Effekten, wie sie durch spezielle Meditations- und Trancetechniken erreicht werden können.

Die Therapeutische Hörgruppe Köln wurde 2008 gegründet und besteht aus den Mitgliedern Tobias Beck, Tobias Grewenig, Volker Hennes, Svann Langguth und Dirk Specht. Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit sind die Entwicklung und Umsetzung konzeptueller Methoden in den Bereichen Klangkunst und Elektroakustische Musik. In ihren Installationen, Performances und Konzerten untersucht die Gruppe bevorzugt hörpsychologische und medienarchäologische Aspekte sowie ortsspezifische Phänomene.

 


 

Hörspielstudio 3:

Im berühmten Hörspielstudio 3 wird ein durchlaufendes Programm zum Thema STADT mit historischen und aktuellen Produktionen des Studio Akustische Kunst präsentiert. Dabei steht das Hörspielstudio selbst mit der in den Wänden installierten Lautsprechermatrix als Hörraum im Vordergrund. Die Klangregie in diesem einzigartigen akustischen Erlebnisraum über Städte und ihre Klangwelten führt der Kölner Musiker und Künstler Tobias Grewenig, der die Radiostücke für die spezielle Akustik des Studios eingerichtet hat.

Programm:

19:00  Pierre Henry “La Ville / Die Stadt” (1984) – 01:29:23

20:30  Stefan Rummel „November – bonn hoeren III“ (2015) – 00:26:59

21:00  Erwin Stache „bonn hoeren II“ (2011) – 00:21:51

21:25  Sam Auinger „bonn hoeren I“ (2011) – 00:22:37

22:00  Christina Kubisch, Peter Kutin, Florian Kindlinger “Desert Bloom” (2015) – 00:46:22

22:50  Jens Brand “Code Switching” (2010) – 00:49:21

23:40  Philippe Bruehl, Suleman Taufiq “Terre de Parcours” (2014) – 00:50:11

00:35  Emeka Ogboh “This is Lagos” (2012) – 00:51:23

01:30  Jens-Uwe Dyffort / Roswitha von den Driesch “Goliath” (2007) – 00:20:44